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Provider – Handy’s und Internetzugänge auf Kosten der Krankenkassen?

Samstag, Dezember 8th, 2012

Deutschland das Land der Dichter und Denker. Goethe ist noch heute weltweit ein Synonym für die deutsche Sprache. Das nach ihm benannte Goethe-Institut unterhält Niederlassungen in 13 Städten Deutschlands sowie 150 Institute und 11 Verbindungsbüros in 92 Ländern. Über 234.000 Menschen weltweit nehmen dort im Jahr an Deutschkursen teil.

Obwohl wir eine doch großartige Sprache haben werden bei uns immer mehr englische Wörter, sogenannte Anglizismen verwendet. Heute wird wie selbstverständlich vom “Coffee to go“ gesprochen oder auch durch die Wahl eines Firmen- oder Produktnamens wie z. B. “EasyCredit“ falsche Eindrücke vermittelt.

Auch in dem Bereich der Hilfsmittelversorgung wird gerne ein Anglizismus verwendet, hier wird gerne vom Provider gesprochen. Provider kommt aus dem lateinischen providere was so viel bedeutet wie „sorgen für“. Im Englischen steht Provider für „Anbieter“, „Versorger“, „Lieferant“, aber auch für „Ernährer/in“, „Fürsorger/in“ und auch „Vorbereiter“, „Vorlagengeber“. Im deutschen Sprachgebrauch wird der Begriff Provider im allgemeinem in Verbindung mit Anbietern für Internetzugänge und Mobilfunk verwendet. Seit geraumer Zeit nun wird der Begriff Provider für Firmen die im Bereich der Hlfsmittelversorgung tätig sind verwendet, insbesondere auch von den Krankenkassen wird dieser Begriff verwendet. Ich arbeite nun seit 18 Jahren für einen sogenannten Provider habe bisher aber weder Handys noch Internetzugänge bei den Patienten aufgestellt bzw. eingerichtet. Die Verwendung von Anglizismen widerspricht eigentlich der Forderung des Medizin-Produkte-Gesetz, auch wenn gerade in der Beatmungsmedizin wie selbstverständlich Anglizismen verwendet werden.

Das MPG fordert:

             § 11 Sondervorschriften für das Inverkehrbringen und die Inbetriebnahme

(2) Medizinprodukte dürfen nur an den Anwender abgegeben werden, wenn die für ihn bestimmten Informationen in deutscher Sprache abgefasst sind. In begründeten Fällen kann eine andere für den Anwender des Medizinproduktes leicht verständliche Sprache vorgesehen oder die Unterrichtung des Anwenders durch andere Maßnahmen gewährleistet werden. Dabei müssen jedoch die sicherheitsbezogenen Informationen in deutscher Sprache oder in der Sprache des Anwenders vorliegen.

Ein ehemaliger Kollege fasste das mal in einen Satz zusammen: „Man kann nicht davon ausgehen, dass alle Anwender ausländisch verstehen.“

Zumindest für mich gilt, solange ich keine Handy’s und Internetanschlüsse vermittle bzw. verkaufe bin ich bei einer versorgenden Medizintechnikfirma tätig und nicht bei einem Provider.