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Es gibt noch mehr Beatmungsformen als PCV und PSV

Samstag, Februar 2nd, 2013

Als ich 1994 mit der ausserklinischen Beatmung anfing, gab es in Deutschland eigentlich nur 2 Beatmungsgeräte die verwendet wurden. Zum einem das PLV 100, mit dem nur volumenkontrollierte Beatmungen möglich waren, und das EV 800 mit dem druckgesteuerte, SIMV und IPPV-assistierte Beatmungen möglich waren.
Damit ließen sich damals eigentlich alle Patienten beatmen. PEEP war den beiden genannten Geräten nicht intrigiert sondern musste wenn er denn gewünscht war mittels externen PEEP-Ventils realisiert werden.
Trotz der damals beschränkten Möglichkeiten schienen die Patienten gut beatmet gewesen zu sein und auch Atelektasen waren eher selten.

Jedoch waren die Geräte damals große und schwere Kästen, so wog z. B. das PLV 100 stolze 12,8 kg und der interne Akku hatte eine Laufzeit von 1 Stunde, der von uns gelieferte externe Akku wog um die 15 kg hielt aber je nach Beatmungseinstellung bis zu 36 Stunden durch.
Heutige Beatmungsgeräte sind kleiner, leichter und auch leistungsfähiger, so ist heute der PEEP in jedem Gerät intrigiert und es gibt eine Vielzahl von möglichen Beatmungsformen, die da wären:

PSV, PCV, SIMV, PSIMV, PS.Tv, VCV (AC, VC), CPAP, S, S/T

Doch wie profitiert der Patient von den heutigen Möglichkeiten, vor allem von der Vielzahl der Beatmungsformen.
Gerade bei den Beatmungsformen scheint es das die Hersteller eigentlich nur zwei Formen intrigieren müssten, PCV und PSV, alle anderen Methoden sind zu reinen Exoten mutiert bzw. sind in ihrer Wirkungsweise nicht bekannt.

Hier zwei kleinen Geschichte dazu:

Ich war vor einiger Zeit auf einer Fachtagung zur ausserklinischen Beatmung. Dort wurde von einem Arzt der noch die alten Beatmungsgeräte kannte, weil er auch mit ihnen gearbeitet hat, berichtet das er einen jungen Mann auf eine volumenkontrollierte Beatmung eingestellt hat von der dieser Patient sehr profitiert. Ein Arzt, ich schätze er war etwa Mitte 30, im Publikum stellte dazu die Frage wie er sich das denn vorstellen müsste er kenne die volumenkontrollierte Beatmung nicht. Jetzt muss man dazu sagen dass der fragende Arzt an einer Klinik tätig ist die viele ausserklinisch beatmete Patienten betreut und auch er tagtäglich mit Beatmung zu tun hat und auch Patienten auf die Beatmung einstellt. Diesem Arzt waren eigentlich nur die Beatmungsformen PCV und PSV geläufig.

In einem anderen Fall war ich in einer Klinik, ein Patient sollte von einem Klinikgerät weg und an ein Heimbeatmungsgerät adaptiert werden. Dieser Patient hatte als beatmungsrelevante Diagnose COPD. Aufgrund der Erkrankung und der damit einhergehenden Veränderungen an der Lunge ist als Beatmungsform eigentlich eine PCV-Beatmung angezeigt.
Auf Wunsch der Ärzte sollte eine PSV-Beatmung eingestellt werden, auf meinen Einwand das eine PCV-Beatmung besser wäre wurde mir geantwortet das wäre technisch ein Rückschritt.

Diese Beispiele zeigen dass häufig eigentlich nur wenig Kenntnisse über die Beatmung insbesondere die Beatmungsformen und deren Möglichkeit bekannt sind. So wird häufig nach dem Motto verfahren, die Beatmungsform kenne ich, die hat bei dem letzten Patienten auch funktioniert also sollte das damit auch jetzt funktionieren.
Ich sehe gerade hier die Notwendigkeit die Ärzte und auch das Pflegepersonal besser zu den Geräten zu informieren. Zum einem durch die Hersteller der Heimbeatmungsgeräte, die versorgenden Firmen / Medizinprodukteberater und insbesondere auch durch die Fachgesellschaften, z. B. DiGaB.